Am 18. und 19. Juni 2009 fand der 24. Kfz-Sachverständigentag des BVSK in Potsdam statt. BVSK-Präsident Harald Brockmann begrüßte über 700 Teilnehmer aus der Sachverständigenwelt. Damit hat sich der Kongress endgültig zur mit Abstand größten Veranstaltung im Kfz-Sachverständigenwesen entwickelt, stellt so der BVSK-Geschäftsführer Elmar Fuchs zufrieden fest.
Der diesjährige Kfz-Sachverständigentag war zugleich Auftakt für eine Serie von Veranstaltungen anlässlich der Gründung des BVSK im Jahre 1959. Entsprechend außergewöhnlich war in diesem Jahr auch das Programm des Sachverständigentages, das mit einer Oldtimer-Sternfahrt rund um die Potsdamer Seen begann. Zugleich wurde hierdurch auch dokumentiert, dass Oldtimer und Liebhaberfahrzeuge eine steigende Bedeutung für das Kfz-Sachverständigenwesen haben. Eine fachgerechte Bewertung eines Oldtimers oder Liebhaberfahrzeuges ist sowohl bei Kauf eines derartigen Fahrzeuges wie auch bei der richtigen Versicherungseinstufung unverzichtbar. Viele Mitglieder des BVSK haben sich auf den Bereich Oldtimer und Liebhaberfahrzeuge in den letzten Jahren spezialisiert.
Der eigentliche Fachkongress stand unter dem Generalthema BVSK – 50 Jahre Sachverstand rund um das Automobil. Die Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes ZDK, Robert Rademacher, des Verbandes der Automobilimporteure, Volker Lange und des Verbandes Karosserie- und Fahrzeugbau - ZKF, Friedrich Nagel, machten übereinstimmend deutlich, wie unverzichtbar qualifizierte Unfallschadenfeststellungen für das Kraftfahrzeuggewerbe und für die Automobilhersteller- und importeure ist. Der Sachverständige ist die einzige unabhängige Instanz, die im Unfallschaden nicht nur den Geschädigten oder Versicherungsnehmer schützt, sondern vor allen Dingen auch den Kfz-Betrieb selbst, der ansonsten den Wunschvorstellungen der Geschädigten oder der regulierungspflichtigen Versicherer schutzlos ausgesetzt wäre. Alle Vertreter machten deutlich, dass der Sachverständige sich nicht zum Spielball der Interessen Dritter machen darf, sondern unabhängig dafür zu sorgen hat, dass der Geschädigte oder der Versicherungsnehmer 100 Prozent des ihm zustehenden Ersatzes erhält. Ausdrücklich lobten die Präsidenten auch die Dienstleistungen im Bereich der Fahrzeugüberwachung, wo insbesondere BVSK-Mitglieder als GTÜ- und KÜS-Vertragspartner hervorragende Arbeit für die Autofahrer und das Kraftfahrzeuggewerbe leisten würden.
Im technischen Teil des Kongresses stellte das Haus Porsche erstmalig vor der Fachöffentlichkeit den Porsche Panamera vor, ein Traumauto nicht nur für Kfz-Sachverständige. Mercedes befasste sich mit der Entwicklung alternativer Antriebe und sicherheitstechnischer Themen. Die technische Entwicklung im Fahrzeugbau stellt zunehmend neue Anforderungen an den Kfz-Sachverständigen.
Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Horst Friedrich, schlug eine Lanze für das Freiberuflertum. Er geißelte die Politik der großen Koalition, die keinesfalls mittelstandsfreundlich sei, sondern die aus kurzsichtigen wahlkampftaktischen Erwägungen Milliarden Subventionen für die Großindustrie vergibt, statt den Leistungsträgern im Mittelstand die Rahmenbedingungen zu gewähren, die erfolgreiches Wirtschaften verlangen.
Den krönenden Abschluss des Sachverständigentages bildete der traditionelle rustikale Festabend, der anlässlich des BVSK-Jubiläums nicht durch einen externen Sponsor, sondern den durch den BVSK selbst, ausgerichtet wurde. Ein stimmungsvolles Feuerwerk in den Farben des BVSK beschloss einen Sachverständigentag, der den Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Die Mitgliederversammlung des BVSK in Potsdam zeigte erneut die Geschlossenheit des BVSK. Ausdrücklich wurde die hervorragende Arbeit des Vorstandes für die Interessen der freiberuflichen Sachverständigen gelobt. Ansporn, so Präsident Brockmann, auch das kommende Jahr mit voller Kraft für den BVSK und die Interessen der BVSK-Sachverständigen zu kämpfen. Im Mittelpunkt der nächsten Monate steht die Forderung des BVSK, die Unabhängigkeit des Sachverständigen wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Ziel ist es, das zum Teil äußerst aggressive Schadenmanagement einiger Versicherer als im höchsten Maße verbraucherunfreundlich darzustellen. Der BVSK-Vorstand forderte wieder eine Moral in der Unfallschadenregulierung, statt nur noch über Prozess- und Kostenoptimierung zu diskutieren.